Jägerverein Ingolstadt

Jagdschutz- und Jägerverein Ingolstadt e.V.

Kreisgruppe im Bayerischen Jagdverband

Wer wir sind

Heute setzt sich der Jagdschutz- und Jägerverein Ingolstadt aus Jägern und Naturfreunden aus der gesamten Region Ingolstadt zusammen. Deren gemeinsames Ziel ist es, die Liebe zur Natur zu erhalten und die Achtung des Wildes zu wahren.
Ein großes Anliegen des Vereins ist die Stellung des Jägers und der Jagd in der Öffentlichkeit. In einer Zeit, in der die Jägerschaft immer mehr den Angriffen der Öffentlichkeit ausgeliefert ist, versuchen wir mit allen Mitteln aufklärend auf die nicht jagende Öffentlichkeit zuzugehen.

Die Kreisgruppe Ingolstadt mit ihren nahezu 500 Mitgliedern bietet eine Reihe von Veranstaltungen.

Als Verein sind wir Mitglied im Schwarzwild-Gewöhnungsgatter Altmühltal e.V.. Unsere Mitglieder erhalten bei Benutzung des Gatters mit ihren Hunden Sondertarife.

Im Einzugsgebiet der Kreisgruppe Ingolstadt liegen die vier Hegegemeinschaften Ingolstadt, Stammham, Kösching und Pförring.


Vereinschronik

Es war genau am Mittwoch, den 21. März 1877, als in der Ingolstädter Zeitung ein Inserat erschien mit dem " ... die Jagdpächter und Jagdfreunde hiesiger Stadt und Umgebung zu einer Besprechung über die Bildung eines Jagdschutzvereins auf Sonntag, den 25. d. M. nachmittags 2 Uhr im Cafe Rupp zu Ingolstadt ganz ergebenst eingeladen" wurden. Gezeichnet war diese Einladung mit ....
Freiherr v. Fuchs, k. Bezirksamtmann
Doll, rechtsk. Bürgermeister
Johann Högner, Rentier

Freiherr von Fuchs
Königlicher Bezirksamtmann, Freiherr von Fuchs

Daraufhin wurde der Jagdschutz- und Jägerverein Ingolstadt mit 42 Gründungsmitgliedern gegründet. Im gleichen Jahr wurden aus allen Regierungsbezirken Bayerns ca. 39 weitere Zweigvereine ins Leben gerufen. Zunächst war unser Verein ein Zweigverein des "Bayerischen-Haupt-Jagdschutz-Vereins" in Nürnberg. Über das Vereinsleben aus dieser Zeit ist nur sehr wenig bekannt. Schon damals erkannten verantwortungsbewusste Jäger, welch hohes Gut Wild, Wald und Natur darstellen. Aus Liebe zur Natur und Achtung vor dem Wild und zu dessen Schutz schlossen sie sich zu einem Jagdschutzverein zusammen. Dass die Jagd um Ingolstadt jedoch von privaten Jägern ausgeübt wurde, ist aus verschiedenen Inseraten in der Ingolstädter Zeitung ersichtlich. Ein Vereinsleben fand wahrscheinlich nur sporadisch statt oder der Schriftführer glänzte nicht gerade durch Protokollfähigkeit. Dabei darf nicht verkannt werden, dass auch die Zeitumstände mitgespielt haben. Zwei Weltkriege haben Spuren hinterlassen oder anders gesagt, Spuren ausgelöscht. Obwohl damals Wildereidelikte streng bestraft wurden, standen diese an der Tagesordnung.

Erst 1883 begann ein neuer Abschnitt: Unter dem Datum vom 16. Oktober teilte der königliche Forstmeister Friedrich Freiherr von Stengel dem Magistrat der königlichen Stadt Ingolstadt mit " ... dass sich dahier ein selbständiger Jagdschutz-Verein gebildet hat ... ".
Dabei ist besonderer Wert auf das Wort "selbständiger" zu legen, da - wie bereits erwähnt, unser Verein bis dahin ein Zweigverein des Nürnberger haupt-Jagdschutz-Vereins war.

Matthias Doll
Matthias Doll; 1. Vorstand von 1886 - 1893;
erstes Ehrenmitglied des Vereins

Matthias Doll, der von 1886 bis 1893 das Amt des 1. Vorstands unseres Vereins innehatte, wurde im Jahre 1896 wohl zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt.

Satzung

Im Jahr 1910 wurden nicht nur die fünf städtischen Jagdbezirke neu versteigert, es wurde auch ein neuer Jägerverein gegründet. Mit diesem neuen Verein, der sich Jägerverein Ingolstadt und Umgebung nannte, wollte man vermutlich ein Gegengewicht schaffen zu dem von Militärs mehr oder weniger beherrschten Jagdschutz-Verein.


Schnepfennadel für die erste im Jagdjahr erlegte Schnepfe um 1930

Die Kriegsjahre des 1. Weltkrieges gingen auch am Jagdschutz- und Jägeerverein nicht spurlos vorüber. Aus diesen Jahren gibt es keine Mitgliederlisten, auch über gefallene Mitglieder sind keine Unterlagen vorhanden. Erst im Jahre 1919 wird wieder zu einer Generalversammlung im Gasthof "3 Mohren" eingeladen. Das Vereinsleben kam nach dem Kriege wieder in Bewegung mit einer Sonnwendfeier im Demlinger Steinbruch am 7. Juli 1920. Im Jahre 1927 wurde mit großem Aufwand das 50-jährige Stiftungsfest gefeiert.

Mit der Wahl des neuen Vorstandes, Herrn Brauereibesitzer Michael Hollweck, wurden ab 1930 neue Akzente im Verein gesetzt. So fand am 26. Mai auf der Schießstätte der kgl. Priv. Schützengesellschaft Kösching ein Frühjahrs-Bock-Schießen statt, bei dem erstmals ein Jagdschützenkönig ausgeschossen wurde. Auch die Geselligkeit wurde in diesen Jahren gepflegt, so zum Beispiel eine Faschingsveranstaltung im festlich geschmückten Schäffbräu, eine Weihnachtsfeier im Wittelsbacherhof und eine Hubertusfeier.

Weihnachtsfeier im Wittelsbacherhof 1930

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (NSDAP) im Jahre 1933 begann eine neue Zeit, die auch den Jagdschutz- und Jägerverein Ingolstadt erfasste. Bei der am 24. April 1935 im Vereinslokal Schäffbräuhaus einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde aufgrund des neuen Reichsjagdgesetzes die Auflösung des in Ehren bestandenen Jagdschutz- und Jägervereins Ingolstadt vollzogen. Ein neuer Ton beherrschte ab jetzt die Jägerabende. Der Jagdschutz- und Jägerverein war der damaligen Zeit entsprechenden nun zu einer politischen Vereinigung geworden.

Der Neubeginn des Jagdschutz- und Jägervereines Ingolstadt erfolgte nach dem 2. Weltkrieg bei einer am 30. März 1949 in Ingolstadt abgehaltenen Jägerversammlung. Über diese Versammlung sind aber keine Unterlagen vorhanden. Um diese Zeit gab es jedoch noch nichts zu "jagen". Für Jäger und Verein war es eine Zeit der Stille. Am 02. April 1952 wurde das im Krieg zerstörte Jägerzimmer im Schäffbräuhaus eingeweiht und damit hatten die Jäger wieder ein "zu Hause".

Andreas Brandhofer  Jakob Kroher
Andreas Brandhofer
1. Vorstand 1947 - 1949
Jakob Kroher
1. Vorstand 1949 - 1952


75 Jahrfeier im Schäffbräukeller 1952
75 Jahrfeier im Schäffbräukeller 1952

Im Jahre 1952 wurden auch die ersten Kurse für Jungjäger veranstaltet. Diese ersten Einnahmen des Vereins aus den Kursen für Jungjäger und die Erlöse aus verschiedenen Veranstaltungen waren später der Grundstein für die Errichtung des Tontauben-Schießstandes in Demling. Diese Trap-Schießanlage in Demling wurde am 22. Juni 1963 offiziell eingeweiht. Das Tontaubenschießen war zu einem festen Bestandteil des Vereinslebens geworden. Es wurden neben den Vereinsmeisterschaften Pokalschießen in Demling veranstaltet, aber auch mit der Schützenmannschaft an Pokalschießen und Vergleichsschießen mit benachbarten Kreisgruppen teilgenommen.

Wilhelm Rott Erwin Peetz
Wilhelm Rott
1. Vorstand 1952 - 1970
Erwin Peetz
1. Vorstand von 1970 - 1976

Wilhelm Rott verhalf dem Verein in den schwierigen Nachkriegsjahren oft unter persönlichem und finanziellem Einsatz wieder zu Ansehen und Akzeptanz.

Im Jahre 1975 wurde der Skeet-Stand mit Beteiligung der Jagdhorn-Bläsergruppe, die zu dieser Zeit bereits beachtliche Leistungen bei Jagdhornbläser-Wettbewerben gezeigt hatte, eingeweiht. Das Tontaubenschießen nahm in diesen Jahren einen beachtlichen Aufschwung, auch weil Trap und Skeet auf einer Anlage geschossen werden konnten.
War die Feier zum 75-jährigen Jubiläum 1952 noch in einem der Zeit entsprechenden bescheidenen Rahmen gefeiert worden, so wurde die Feier zum 100-jährigen Bestehen am 05. November 1977 in einem weitaus größeren Rahmen veranstaltet. Der damalige 1. Vorsitzende Herbert Eidkum scheute keine Mühen, eine dem Anlass entsprechende Veranstaltung zu organisieren. Einheimische Trophäen und Trophäen aus aller Welt wurden gezeigt und die Hubertusmesse von der Jagdhornbläsergruppe auf Parforce-Hörnern geblasen.

Herbert Eidkum Dr. Wendelin Schleicher
Herbert Eidkum
1. Vorstand 1976 - 1978
Dr. Wendelin Schleicher
1. Vorstand 1978 - 1982


Nach der 100-Jahrfeier als Höhepunkt des Jahres 1977 wurde am 31. März 1978 bereits wieder eine für die Jagd in der Region bedeutende Veranstaltung im Festsaal des Stadttheaters abgehalten, nämlich der "Große Jägertag". Diese Veranstaltung mit Beteiligung von vielen Vereinen wurde zu einer eindrucksvollen Demonstration für die Jagd. Festredner war der damalige Präsident des Landesjagdverbandes Bayern, Dr. Gerhard Frank.

Als im Jahre 1979 das Schäffbräuhaus abgerissen wurde, nahm man den Ingolstädter Jägern ihr jahrzehntelanges "zu Hause". Mit ihrem "Jägerzimmer" ging eine Legende und ein Stück Geschichte des Jagdschutz- und Jägervereins zu Ende. Neue "Bleibe" war danach für kurze Zeit der Gasthof "Anker" und das "Schreberhäusl" an der Stauffenbergstraße bis man bis heute im Fischerheim am Baggersee wieder "sesshaft" wurde.

Friedrich Spoerer    Peter Smischek
Friedrich Spoerer
1. Vorstand 1983 - 2001
Peter Smischek
1. Vorstand 2001 - 2017



Ehrentafel des Jagdschutz- und Jägervereins Ingolstadt e.V.

Ehrenvorsitzende

Karl Diehm
1. Cassier
von 1888 bis 1935

Wilhelm Rott
1. Vorsitzender
von 1952 bis 1970
Ehrenschatzmeister

Heinz Schmutzler
1. Schatzmeister
von 1979 bis 1989
Ehrenmitglieder

Ladislaus Kalotay (2009); Edwin Fein (2005); Xaver Büchl (2004); Johannes Glassl (2003); Hermann Regensburger (2002); Karl Batz (1982); Dr. Wilhelm Reissmüller (1982); Dr. Max Streibl (1977); Max Glossner (1960); Ludwig Ostermünchener (1960); Jakob Kroher (1952); Karl Wachs (19??); Matthias Doll (1896)